Mit zwei Geländewagen  nach Marokko und zuzurück
 
 
Marokko 2008
Mit zwei Geländewagen

 

Marokko 2008

Da aus der geplanten Tunesientour nichts geworden war, musste ein Ersatzziel gefunden werden. Das Ziel sollte im April viele Sonnentage haben. Zur Auswahl bleibt da nicht viel. Also ging es zum zweiten mal nach Marokko, aber diesmal nur 23 Tage. Der erste Stopp wurde in  Empuriabrava gemacht. Hier waren wir schon mal mit unseren Kindern im Urlaub. Auf einem CP-Platz in der Nähe trafen wir uns mit unseren Freunden aus Recklinghausen. Zwei weitere Stopps wurden gebraucht bis man wieder in Tarifa angekommen war.

Nach der Überfahrt mit der Fähre musste man erstmal durch den Zoll. Einfach herrlich, das Gewusel. Am besten nimmt man die Dienste in Anspruch, die dort von Einheimischen angeboten werden. Für 2 Euro sagt ein dieser Scout wo man zuerst und zu letzt hin muss. Spätestens ab jetzt sollte jeder Europäer umdenken. Hier schlagen die Uhren einfach anders.

Obwohl einige Städte in Marokko schon bekannt waren, sind diese doch immer wieder reizvoll. Da die Reisezeit diesmal im Frühjahr war, zeigte sich ein ganz anderes Land. Wir sahen grüne und blühende Landschaften, im Gegensatz zum Herbst, wenn die Pflanzen schon wieder verdorrt sind. Ich glaube, Marokko wird auch nach mehreren Besuchen nicht langweilig. Berge bis 4000 Meter, endlose Strände, und die Sahara im Süden sprechen für die Vielfältigkeit des Landes. Der Streckenverlauf ist hier zu sehen. In Fes angekommen wurde die Medina besucht. Hier wird man einer Vielfalt von unterschiedlichen Sinneseindrücken ausgesetzt, teilweise sehr gewöhnungsbedürftig, doch immer wieder beeindruckend.   Ohne Führer sollte man hier nicht rein gehen. Es könnte ansonsten Stunden dauern bis man da wieder raus kommt. Es ging dann über Fes weiter in Richtung Süden nach Merzouga. Dort unten ist ein kleines Stück  Sahara mit Namen Erg Chebbi. Als wir diesen umrundeten fand dort gerade eine Rallye statt. Die Nacht verbrachten wir in der Wüste. Als nächstes kam dann die Königsetappe. Die fängt in Taouz an, und hört in Zagora auf. Zwischen diesen beiden Städten ist nichts, absolut nichts. Da  mein Santana Blattfedern hatte, musste ich hier leider  langsamer fahren  als  unsere Freunde in ihrem Toyota.  Die Strecke ist ca. 150 KM lang und ohne Zwischenstopp nicht zu bewältigen. Die Algerische Grenze war nur 1 KM weiter. Nach dem Aufenthalt in Zagora fuhren wir weiter in Richtung Marrakech. Die Strecke davor führte über den Tichka Pass. Diese Etappe bis nach Marrakech war c.150 KM lang und ist sehr kurvig. Das heißt, die längste Gerade ist keine 100 Meter lang. Abends taten mir die Hände weh vom vielen Schalten. Marrakech kannten wie ja noch von 2006, ist aber immer wieder reizvoll. Hier sollte man das Auto stehen lassen, weil das Taxi fahren sehr billig ist. Die Fahrweise der Marokkaner ist für uns Europäer mehr als verwunderlich. Es ist einfach ein organisiertes Chaos. Jeder fährt hupender Weise wo er will, aber irgendwie  geht es einfach. Ein MUSS in Marokko ist Essaouira. Die Stadt am Atlantik nennt man Stadt der Winde. Das machte sich auch diesmal bemerkbar, weil ein Tiefdruckgebiet über den Kanaren mal wieder für Wind sorgte. Vier Tage sind wir hier geblieben. Jeder Tag begann mit einem gemütlichen Bummel durch die vielen Gassen und wurde oft durch den Verzehr der lokalen kulinarischen Köstlichkeiten unterbrochen. Wir haben uns reichlich mit Sachen (wir nannten es immer Beute) eingedeckt. Es gibt dort vieles mit Intarsien aus Zedernholz die bei uns das zehnfache kosten. In den  nächsten Tagen fuhren wir weiter durch das Rifgebirge in Richtung Norden. 

Es glaube das waren mal wieder 8000 KM. Zuhause angekommen werden wir immer wieder gefragt ob wir nur im Auto gesessen haben. Wenn an die 5000 KM Anreise abrechnet, sieht das schon anders aus. Dann sind das meistens nur 200 KM am Tag. Wir möchten diese Art und Weise zu reisen auch nicht missen, denn einen Badelatschenurlaub mögen wir nicht. Aus heutiger Sicht wäre so eine Tour natürlich nicht mit einem Wohnmobil zu machen, aber es bleibt auch dafür genug von diesem Land übrig.

Oft wurden wir gefragt, ob wir denn da (in Marokko) keine Angst haben. Dazu kann ich nur sagen dass wir Europäer alle ein falsches Bild von Marokko haben. Das war vor unseren Reisen nach Marokko aber genau so. Wir hatten niemals  eine Situation oder ein ungutes Gefühl in diesem Land, was man von unsrem Land leider nicht mehr sagen kann.

Wie aber die heutige Situation nach dem Arabischen Frühling aussieht, entzieht sich unseren Kenntnissen.




 
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